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Birgit Mlynek

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Birgit Mlynek

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Drei Tage Teamwork

Retter der Wasserwacht versorgen eine Patientin
BRK-Retter stehen am Ufer eines Sees, ein Boot hat angelegt ein Taucher ist im Wasser
Ein Verletzter liegt am Boden und wird versorgt
Retter versorgen am Boden liegende Verletzte
Zahlreiche Einsatzfahrzeuge des BRK stehen auf einer Wiese
Fahrzeuge des BRK und der Feuerwehr stehen hinter den Gebäuden am Lettenbachsee
Einsatzfahrzeuge des BRK versammeln sich auf einem Parkplatz
Verletzte werden neben einem RTW versorgt
Retter der Bergwacht versorgen einen Verletzten
Die Wasserwacht bringt eine Verletzte mit einem Boot ans Ufer
Ein Retter des BRK begleitet zwei Verletzte
Ein Verletzter wird am Ufer von der Wasserwacht versorgt

Katastrophenschutz-Zeltlager 2026

Beim Katastrophenschutz-Ausbildungszeltlager des BRK-Kreisverband Hof übten erstmals Einsatzkräfte verschiedener Gemeinschaften zusammen. Im Steinbruch bei Feilitzsch wartete am Samstag eine Übung mit 32 Verletzten und Vermissten.

Ein Großaufgebot an Blaulichtfahrzeugen und knapp 100 Einsatzkräfte am Lettenbachsee: Vom 4. bis 6. September fand das Katastrophenschutz-Ausbildungszeltlager des Bayerischen Roten Kreuzes in Hof statt. Erstmals nahmen neben den Bereitschaften und der Rettungshundestaffel auch Mitglieder der Bergwacht und Wasserwacht an dem Wochenende teil. Über das Team der Notfalldarstellung bis hin zur Verpflegung waren nicht nur Einsatzkräfte, sondern auch helfende Hände mit Expertise im Hintergrund gefordert – und zeigten, wie vielfältig die Möglichkeiten des Engagements im BRK sind. 

Die Vorbereitungen hatten bereits unter der Woche begonnen, sodass am Freitag das Zeltlager offiziell eröffnet werden konnte. Zur Begrüßung kamen auch die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Hof, Angela Bier, Landrat Dr. Oliver Bär und BRK-Kreisvorsitzender Stefan Pöhlmann auf das Gelände und verschafften sich einen Eindruck vom Geschehen am Lettenbachsee.

Für die Rettungshundestaffel Hof war der Auftakt mit einem besonderen Anlass verbunden: Sie feierte im Rahmen des Ausbildungszeltlagers ihr 25-jähriges Bestehen.

Erst in kleinen Gruppen, dann gemeinsam im Steinbruch

Am Samstagvormittag verteilten sich die Teilnehmenden zunächst auf verschiedene Gruppenausbildungen. Die Themen reichten dabei über unterschiedliche Bereiche des Katastrophenschutzes - auch die Feuerwehr Rehau beteiligte sich und gab den Einsatzkräften unter anderem einen praktischen Einblick in das Thema Dekontamination.

Nach dem Mittagessen änderte sich das Bild. Aus einzelnen Ausbildungsgruppen wurden Kräfte in einer gemeinsamen Einsatzlage: Nach einer Familienfeier entwickelte sich eine Vermisstensuche – ausgelöst durch eine abtrünnige Großmutter – nach einem Gewitter mit Blitzeinschlag zum herausfordernden Großeinsatz. Im Steinbruch bei Feilitzsch mussten so insgesamt 32 Verletzte und Vermisste gesucht, versorgt, geborgen und abtransportiert werden.

Dabei zeigte sich, warum die unterschiedlichen Gliederungen an diesem Wochenende zusammengekommen waren. Die Rettungshundestaffel übernahm Aufgaben bei der Vermisstensuche, die Bergwacht arbeitete bei Bergung und Transport im schwierigen Gelände. Sanitätskräfte kümmerten sich um die Versorgung der Verletzten. Auch die Wasserwacht war gefordert. Einsatzkräfte suchten am und auf dem Wasser nach Vermissten und erprobten Möglichkeiten für den Transport über das Gewässer. 

Gerade solche Situationen machten einen wesentlichen Gedanken des Ausbildungswochenendes praktisch sichtbar: Nicht jede Gliederung arbeitet mit denselben Einsatzmitteln, Sicherheitsregeln und taktischen Möglichkeiten. Bei einer gemeinsamen Lage müssen diese unterschiedlichen Arbeitsweisen jedoch ineinandergreifen.

Elf Fahrzeuge auf Tour durch Hof

Nach dem fordernden Übungstag bekam der Sonntag einen bewusst anderen Charakter. Um 8:30 Uhr startete die Sternfahrt, die die Einsatzkräfte durch Hof und die nähere Umgebung führte. Elf Gruppen waren mit Fahrzeugen unterwegs und mussten an elf Stationen ganz unterschiedliche Aufgaben lösen. Dabei ging es um Fachwissen und Geschicklichkeit – vor allem aber auch um den gemeinsamen Spaß zum Abschluss des Wochenendes.

Die Aufgaben führten durch verschiedenste Bereiche. Bei der Bergwacht mussten beispielsweise unterschiedliche Karabiner möglichst schnell geöffnet und umgesetzt werden. Andere Stationen stellten die Teilnehmenden vor medizinische Fallbeispiele, Aufgaben aus Information und Kommunikation oder bewusst ungewöhnliche Verständigungssituationen.

Auch die Feuerwehr Hof beteiligte sich mit einer eigenen Station. Dort wartete eine Aufgabe aus dem Leistungsabzeichen-Bereich der Feuerwehrjugend: Ein Wurfsack musste möglichst treffsicher durch ein vorgegebenes Zielfenster geworfen werden.

Kennenlernen, bevor man gemeinsam alarmiert wird

Nach drei Tagen verschwanden dann am Sonntagnachmittag Zelte, Material und Fahrzeuge wieder vom Gelände. Zurück blieben nicht nur absolvierte Ausbildungsstationen und eine große Einsatzübung, sondern vor allem Erfahrungen mit den jeweils anderen Gliederungen. Denn im Katastrophenschutz treffen Bereitschaften, Bergwacht, Wasserwacht und weitere Einheiten auch im Ernstfall zusammen – und Menschen mit unterschiedlichen Ausbildungen, Einsatzmitteln und Arbeitsweisen müssen innerhalb kurzer Zeit gemeinsam handeln.

Das erstmals gemeinschaftsübergreifend ausgerichtete Ausbildungszeltlager bot dafür einen Rahmen, in dem ausprobiert, nachgefragt und auch einmal eine ungewöhnliche Lösung getestet werden konnte – bevor genau diese Zusammenarbeit in einem echten Einsatz funktionieren muss.